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Immobilienfinanzierung

Lesezeit: 10 Min.

Immobilienfinanzierung in Berlin

Der Kauf einer Immobilie ist meist die größte finanzielle Entscheidung im Leben – umso wichtiger ist eine gut geplante Immobilienfinanzierung. In diesem Ratgeber erhalten Sie einen umfassenden Überblick zu den zentralen Aspekten: Kaufnebenkosten, aktuelle Zinsentwicklung, Finanzierung mit und ohne Eigenkapital und Alternativen wie Mietkauf. So sind Sie bestens vorbereitet, um den Traum vom Eigenheim oder der Anlageimmobilie solide zu finanzieren.

Kaufnebenkosten einkalkulieren

Viele Käufer konzentrieren sich zunächst auf den Kaufpreis der Immobilie – doch neben dem reinen Kaufpreis fallen etliche Nebenkosten an, die Sie unbedingt in Ihr Budget einplanen müssen. In Deutschland gehören dazu vor allem Notar- und Grundbuchkosten, die Grunderwerbsteuer und gegebenenfalls die Maklerprovision

Insgesamt können diese Posten rund 10–15 % des Kaufpreises ausmachen. Für die notariellen Leistungen (Beurkundung des Kaufvertrags, Grundbucheinträge) sind etwa 1,5–2 % des Kaufpreises zu veranschlagen. Die Grunderwerbsteuer variiert je nach Bundesland zwischen 3,5 % und 6,5 % – in Berlin beträgt sie aktuell 6 % des Kaufpreises. Seit der Neuregelung der Maklerprovision Ende 2020 teilen sich Käufer und Verkäufer die Courtage meistens, d. h. der Käufer zahlt maximal 3,57 % (inkl. MwSt.) des Kaufpreises an den Makler. Beispiel: Bei einer Immobilie für 300.000 € können die Nebenkosten leicht um die 40.000 € betragen. 

Wichtig: Banken erwarten in der Regel, dass Sie diese Nebenkosten aus Eigenkapital zahlen. Die meisten Finanzierer leihen Ihnen nur den reinen Kaufpreis, nicht aber Steuern und Gebühren. Daher sollten Sie im Vorfeld prüfen, ob Ihre Eigenmittel ausreichen, um etwa 10–15 % des Kaufpreises zusätzlich zu stemmen. Bedenken Sie außerdem eventuelle Renovierungs- oder Umzugskosten – auch diese zählen im weiteren Sinne zu den Nebenkosten und können einige Tausend Euro ausmachen. Unser Tipp: Kalkulieren Sie lieber etwas großzügiger. Es ist sinnvoll, einen Finanzierungspuffer zu haben, statt sich bis auf den letzten Euro zu verplanen.

Aktuelle Zinsen – Stand 2025

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Die Entwicklung der Bauzinsen hat in den letzten Jahren eine Kehrtwende hingelegt. Noch 2021 konnten Darlehen teils unter 1 % Zins abgeschlossen werden – historisch einmalig günstig. Doch im Laufe von 2022 sind die Zinsen sprunghaft gestiegen. Anfang 2023 lagen typische 10-Jahres-Festzinsdarlehen je nach Beleihungsauslauf bereits bei ca. 3,5–4 %. Dieser Anstieg markierte das Ende der Nullzins-Ära. Die gute Nachricht: Seither haben sich die Zinsen stabilisiert und sogar leicht zurückgebildet. Stand Mitte 2025 bewegen sich die Konditionen für 10-jährige Darlehen ungefähr um 3,2–3,7 % – Top-Angebote für sehr kreditwürdige Kunden auch knapp darunter. Damit liegen wir etwa auf dem Niveau von 2010. 

Für Kreditnehmer heißt das: Moderate Zinskosten, aber natürlich deutlich höher als vor zwei Jahren. Wichtig zu verstehen: Ein Zins von 4 % bedeutet, dass Sie bei einem Volltilgerdarlehen über ~30 Jahre mit einer jährlichen Gesamtbelastung (Zins plus Tilgung) von rund 6 % des Darlehensbetrags rechnen müssen. Anders gesagt, pro 100.000 € Kredit fallen etwa 500 € monatlich an, wenn man 2 % tilgt und 4 % Zins zahlt. Diese Relation sollten Sie kennen, um Ihre Finanzierung nicht zu überschätzen. 

Die Zinsentwicklung in der Zukunft ist schwer vorherzusagen – Experten gehen aktuell von einem Schwanken auf diesem Niveau aus, eventuell mit leichtem Abwärtstrend, sofern die Inflation unter Kontrolle bleibt. Es ist normal, dass Zinsen gewissen Schwankungen unterliegen; deshalb lohnt es sich, regelmäßig Zinsangebote zu vergleichen und bei Bedarf rasch zu handeln, falls die Tendenz wieder nach oben drehen sollte. Zur Einordnung: Bauzinsen von ~3–4 % sind im historischen Vergleich immer noch relativ günstig. In den 90er-Jahren waren 6–8 % üblich. Allerdings sind die Immobilienpreise heute wesentlich höher, was die absolute Finanzierungsbelastung trotz moderater Zinsen groß macht (höhere Darlehenssummen).

Die richtige Finanzierungsstrategie

Achten Sie bei Ihrer Finanzierung auf ein paar Schlüsselpunkte. Erstens die Zinsbindung: Üblich sind 10 Jahre, aber Sie können auch 15, 20 oder sogar 30 Jahre fest vereinbaren. Längere Bindungen bieten Zinssicherheit, sind jedoch etwas teurer (höherer Zinssatz). In Phasen steigender Zinsen erwägt man eher längere Bindung; bei Erwartung fallender Zinsen könnte auch eine kürzere Bindung mit günstigem Zins und späterer Umschuldung sinnvoll sein. 

Zweitens die Tilgungshöhe: Setzen Sie eine Tilgungsrate, die zu Ihrem Budget passt. Mit 2–3 % Anfangstilgung sind Sie auf einem soliden Weg, das Darlehen innerhalb von 25–35 Jahren schuldenfrei zu bekommen. Geringere Tilgung führt zu sehr langer Kreditlaufzeit und hohen Zinszahlungen insgesamt. 

Drittens sollten Sie auf Flexibilität achten: Viele Banken bieten Sondertilgungsoptionen oder variable Tilgungsanpassungen. Das ist hilfreich, wenn sich Ihr Einkommen verändert (z. B. Bonuszahlungen, Erbschaft oder Elternzeit). Vergleichen Sie Angebote verschiedener Banken oder nutzen Sie Vermittler, um den besten Mix aus Zins und Bedingungen zu erhalten. Achten Sie dabei nicht nur auf die Zahl vor dem Komma, sondern auch auf versteckte Kosten (Bereitstellungszinsen bei Bauverzögerung, Gebühren) und die Beratungskompetenz. Ein verbindliches Finanzierungzertifikat der Bank kann übrigens Ihre Verhandlungsposition beim Kauf stärken – wenn Sie nachweisen können, dass die Finanzierung steht, wird der Verkäufer Sie bevorzugt behandeln.

Eigenkapital – wie viel muss sein?

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Die Eigenkapitalquote ist ein entscheidender Faktor. Empfehlenswert sind klassisch 20–30 % des Kaufpreises als Eigenkapital einzusetzen, um einen günstigen Kredit zu erhalten. In unserem Beispiel einer 300.000 €-Immobilie wären das 60.000–90.000 € Eigenmittel. Damit finanzieren Sie auch gleich die Nebenkosten. Viele Käufer – gerade junge Familien – haben jedoch nicht so viel ansparen können. Grundsätzlich gilt: Je weniger Eigenkapital, desto höher das Risiko und desto teurer meist der Zins. 

Finanzierungen ohne Eigenkapital (100 %- oder 110 %-Finanzierungen) wurden in den letzten Boomjahren von manchen Banken angeboten, sind aber seltener geworden und an strenge Bedingungen geknüpft. Wer so etwas anstrebt, sollte ein sehr stabiles Einkommen und hohe Bonität haben. Zudem prüfen die Banken noch genauer die Werthaltigkeit der Immobilie. Als Kapitalanleger kann eine Vollfinanzierung reizvoll sein, um den Eigenkapitalhebel zu nutzen – aber auch hier muss die Rechnung aufgehen: 

Nur wenn die Mieteinnahmen deutlich über Zins und Tilgung liegen, lohnt sich das. Private Selbstnutzer sollten sich eine 100 %-Finanzierung nur zumuten, wenn die monatliche Rate sicher tragbar ist und idealerweise noch Reserven bleiben. Generell raten wir: Nutzen Sie vorhandenes Eigenkapital zumindest für Nebenkosten und einen Teil des Kaufpreises. Das senkt Ihren Kredit und gibt Ihnen Puffer, falls mal unvorhergesehene Ausgaben kommen. Auch Banken honorieren einen höheren Eigenkapitalanteil mit besseren Zinsen.

Finanzieren ohne Eigenkapital – Tipps

Falls Sie dennoch ohne Erspartes kaufen möchten (sei es aus strategischen Gründen oder weil die Gelegenheit passt und das Eigenkapital fehlt), hier ein paar Ratschläge aus der Praxis: Holen Sie mehrere Angebote ein und führen Sie persönliche Gespräche mit Banken. 

Im direkten Gespräch lassen sich eventuell Sonderkonditionen aushandeln, vor allem wenn Sie Ihre gesamte finanzielle Situation offenlegen. Zeigen Sie der Bank einen detaillierten Haushaltsplan und – bei Anlageobjekten – eine Berechnung der Rendite. Je mehr es der Bank scheint, dass Ihr Investment durchdacht und rentabel ist, desto eher steigt sie darauf ein. Sie müssen der Bank die Sicherheit geben, dass Sie die höhere Rate problemlos schultern. 

Dazu gehört, seine Finanzen im Griff zu haben: Stellen Sie sicher, dass Sie keine negativen Schufa-Einträge haben, vorhandene Konsumkredite möglichst abgezahlt sind und Ihr regelmäßiger Cashflow positiv ist. Oft hilft es auch, eine Tilgungsstrategie vorzulegen – z. B. wie Sie in den nächsten Jahren Sondertilgungen leisten wollen oder dass Sie mit steigendem Einkommen die Tilgung anheben können. 

Falls vorhanden, können auch Zusatzsicherheiten (wie eine schuldenfreie zweite Immobilie oder Bürgschaften von solventen Verwandten) die Bank überzeugen. Letztlich gilt: Vollfinanzierungen sind höheres Risiko – für Sie und die Bank. Rechnen Sie deshalb immer konservativ und überlegen Sie, ob es Alternativen gibt (z. B. zunächst eine kleinere, günstigere Immobilie kaufen oder ein Familienmitglied beteiligt sich mit einem zinsgünstigen Privatdarlehen als „Eigenkapitalersatz“).

Mietkauf – Alternative zum Sofortkauf?

Vielleicht sind Sie schon über das Konzept Mietkauf gestolpert. Dabei handelt es sich um ein Modell, bei dem man zunächst eine Immobilie mietet, aber gleichzeitig einen Vertrag abschließt, der einem das spätere Kaufrecht (oder sogar die Pflicht zum Kauf) einräumt. Ein Teil der gezahlten Miete wird dann auf den Kaufpreis angerechnet. Mietkauf-Modelle werden manchmal von Wohnungsbaugesellschaften oder privaten Verkäufern angeboten, um Käufern ohne hohes Eigenkapital den Erwerb zu ermöglichen. 

Vorteile: Sie können die Immobilie quasi „testen“ und erwerben sie zeitverzögert, während Sie schon drin wohnen. Oft ist nur eine geringe Anzahlung nötig, der Rest der Finanzierung wird erst nach einigen Jahren fällig. Das Eigenkapitalproblem wird so entschärft – man spart während der Mietphase an. Doch es gibt auch Nachteile und Risiken: Häufig ist die vereinbarte Miete beim Mietkauf deutlich höher als die ortsübliche Miete, da der Vermieter/Verkäufer ja einen Teil als Kaufpreis anrechnet. 

Unterm Strich kann ein Mietkauf teurer kommen als ein sofortiger Kauf mit Bankkredit, vor allem wenn nur ein kleiner Teil der Miete gutgeschrieben wird. Zudem bindet man sich an einen zukünftigen Kaufpreis, der meist bereits fixiert ist. Steigen die Immobilienpreise stark, mag das günstig sein – fallen sie aber oder stagnieren, bezahlt man eventuell einen überhöhten Preis. Wenn man am Ende der Mietzeit den Kauf doch nicht stemmt (z. B. weil die Finanzierung scheitert oder man es sich anders überlegt), steht man oft schlecht da: Die bisherigen „Gutschriften“ verfallen unter Umständen oder man verliert eine vereinbarte Anzahlung. 

Ein Mietkauf will also sehr sorgfältig vertraglich geregelt sein. Es gibt auch Varianten wie das Optionskauf-Modell, wo Mieter ein Vorkaufsrecht haben, aber nicht müssen. Insgesamt sind Mietkäufe in Deutschland eher selten, weil die meisten Käufer doch die klassische Finanzierung bevorzugen und Verkäufer lieber direkt verkaufen. Dennoch kann es in Einzelfällen sinnvoll sein – etwa wenn Sie momentan (noch) keinen Kredit bekommen würden, aber in ein paar Jahren sicher können (z. B. Selbstständige mit noch kurzer Geschäftshistorie, die in ein paar Jahren Kreditwürdigkeit erreichen). 

Tipp: Falls Sie einen Mietkauf in Erwägung ziehen, lassen Sie sich unbedingt rechtlich und finanziell beraten. Ein Immobilienfachanwalt sollte den Vertrag prüfen, und ein Finanzberater kann ausrechnen, ob die Konditionen fair sind. Oft ist es sinnvoller, einen normalen Mietvertrag abzuschließen und parallel zu sparen, statt sich auf einen teuren Mietkauf festzulegen – doch das hängt vom Angebot ab.

Fazit: Die Immobilienfinanzierung will gut vorbereitet sein. Kalkulieren Sie ehrlich, welche Belastung Sie tragen können, und planen Sie Nebenkosten und Puffer ein. Nutzen Sie die aktuell moderaten Zinsen, um eine möglichst lange Zinsbindung zu sichern, und vergleichen Sie Angebote. Eigenkapital bleibt der Schlüssel zu günstigen Konditionen – wenn möglich, sparen Sie zumindest die Nebenkosten und einen Teil des Kaufpreises an. Aber auch ohne großes Polster gibt es Wege: von Vollfinanzierungen für Bonitätsstarke bis hin zu alternativen Modellen.

Wichtig ist, dass am Ende des Tages die Finanzierung auf soliden Füßen steht – schließlich begleiten Sie Immobilienkredite oft Jahrzehnte. Lassen Sie sich von Ihrer Bank oder einem unabhängigen Experten einen Kassensturz machen. Und bedenken Sie: Ihre Lebensumstände können sich ändern (Familie, Jobwechsel etc.), bauen Sie daher Flexibilität ein. Aden Immobilien arbeitet seit Jahren mit vertrauenswürdigen Finanzierungspartnern zusammen. Gern stellen wir den Kontakt her oder geben Ihnen eine erste Orientierung, welche Finanzierungsmöglichkeiten zu Ihrem Vorhaben passen. 

Sprechen Sie uns an – wir beraten Sie rund um den Immobilienkauf, von der Kaufpreisverhandlung bis zum passenden Finanzierungskonzept, damit Ihr Wohntraum auf sicherem Fundament steht.

Häufige Fragen (FAQ)

Idealerweise 20–30 % des Kaufpreises plus die Kaufnebenkosten.

Ja, aber nur mit sehr guter Bonität und oft zu höheren Zinsen – nicht für alle geeignet.

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